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«Schwarzarbeit ist kein Kavaliersdelikt». Mit dieser Botschaft lancierte Bundesrätin Doris Leuthard im November 2007 die Kampagne gegen Schwarzarbeit. Die Botschaft ist offenbar angekommen. Das zeigt die Evaluationsstudie des Forschungsinstituts gfs.bern. Davon zeugen aber auch die über 12'000 neuen Anmeldungen im vereinfachten Abrechnungsverfahren bei den kantonalen AHV-Stellen.
Seit gut zwei Jahren ist die Kampagne mit den auffälligen Plakaten präsent. Unterstützt wurde die Plakat- und Inseratekampagne durch verschiedene Kommunikationsmassnahmen wie Medienarbeit, Partnermanagement und der Online-Plattform www.keine-schwarzarbeit.ch. Für Aufsehen sorgte auch der Betonmischer im Kampagnendesign der Berner Baufirma Kästli.
Kampagne hat Meinungen geprägt
Der Kampagne «Keine Schwarzarbeit. Das verdienen alle» ist es gelungen, den emotionalen Umgang mit Schwarzarbeit zu verändern, das Wissen darüber zu verbessern und die Meinungen zu beeinflussen, so das Fazit der gfs-Studie. Dies gilt vor allem in Bezug auf die negativen Aussagen zu Schwarzarbeit. So hat sowohl bei den Einwohner/-innen als auch bei den Arbeitgebenden 2009 die Einsicht zugenommen, dass Schwarzarbeit den Arbeitnehmenden schadet, die Sozialversicherungen schwächt, Wettbewerbsnachteile mit sich bringt und ein schwerwiegendes Vergehen ist. Allerdings brauche es für einen langfristigen Erfolg eine dauerhafte Veränderung der Einstellung, ist sich SECO-Kampagnenleiter Giusep Valaulta bewusst. Dazu brauche es sicherlich weitere Anstrengungen im Bereich Information und Aufklärung. Auch Bauunternehmer Daniel Kästli zieht ein positives Fazit. Der Betonmischer sei auf den Baustellen und auf der Strasse aufgefallen und habe Reaktionen ausgelöst - zum Teil auch kritische. «Trotzdem muss man klar sagen, wofür
man steht - und dies erfolgte mit dem Fahrmischer im Kampagnendesign auf originelle Art», ist Daniel Kästli überzeugt.
Erfolgsmodell vereinfachtes Abrechnungsverfahren
Im ersten Jahr seit der Einführung des Bundesgesetzes gegen die Schwarzarbeit Anfang 2008 haben laut einem Bericht des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO 12'615 Arbeitgeber ihre Angestellten im vereinfachten Abrechnungsverfahren angemeldet. Der Kampagne ist es damit gelungen, einen Grundstein für eine Einstellungs- und Verhaltensänderung zu legen. Die wirtschaftliche Situation könnte das Verhalten gegenüber Schwarzarbeit negativ beeinflussen, auch wenn das Bewusstsein für die Probleme rund um die Schwarzarbeit gestiegen ist. Das SECO prüft derzeit, wie der Erfolg der Kampagne weiter gefestigt und ausgebaut werden könnte. Zur Diskussion steht unter anderem eine Verlängerung der Kampagne um ein Jahr.