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In Willisau werden im kleinen Betrieb der Familie Herzog seit knapp 90 Jahren Seile hergestellt. Trotz Billigprodukten aus Fernost haben der Beruf und die Seilerbranche eine Zukunft. Voraussetzung dafür ist allerdings die Herstellung von Seilen mit Spitzentechnologie und hoher Qualität.
Die Seilerei im Luzerner Hinterland existiert seit 1920. Damals stellten die Gebrüder Hunziker nicht nur Seile her, sondern betrieben auch eine Sattlerei. Seit Mitte der Fünfzigerjahre ist die Seilerei im Familienbesitz der Herzogs. Bald soll das Geschäft an die dritte Generation - Guido Herzog - weitergegeben werden.
«Die Seilerei ist ein Gewerbe, das auch in Zukunft gebraucht wird», ist sich Guido Herzog sicher. Für gewisse Standardprodukte gebe es zwar Billigware aus Fernost, aber da es viele verschiedene Seile und insbesondere auch hohe Qualitätsansprüche gebe, müsse weiterhin ein grosser Teil der Produkte in der Schweiz oder zumindest in Europa hergestellt werden. In der Schweiz werden jedes Jahr rund zwei sogenannte Textiltechnologen mit Fachrichtung Seil- und Hebetechnik ausgebildet. Guido Herzog hat nach der Matura sein Handwerk in Deutschland gelernt, dort das Studium als Textilingenieur FH abgeschlossen und viele Ideen zurück in die Schweiz gebracht. So stellt die Seilerei in Willisau nun als eine der ersten Firmen der Welt dreidimensional gewebte Seile her.
In der Seilerbranche sei Schwarzarbeit kein Problem, ist Guido Herzog überzeugt. «Jeder kennt jeden und man kann sich als schwarzes Schaf nur schwer verstecken». Für den Juniorchef ist klar: «Wer auf seine Mitarbeiter zählen und gute Qualität produzieren will, muss seine Angestellten zu fairen Bedingungen beschäftigen». So erklärt es sich von selbst, dass die drei Vollzeit- und die drei Teilzeitangestellten in der Seilerei Herzog legal beschäftigt sind. «Was nützen die paar Franken mehr Lohn, wenn man nach einem Unfall oder im Alter mit leeren Händen dasteht», konkretisiert Guido Herzog seine Haltung.